Der Name Betreutes Wohnen sagt wenig über das Angebot
Betreutes Wohnen, Service-Wohnen oder Wohnen mit Service sind keine gesetzlich geschützten Namen. Es gibt deshalb keine Pflicht, was ein Angebot unter diesem Namen bieten muss. Das Wort betreut klingt nach viel Hilfe, oft steckt aber nur ein Notruf und eine Sprechstunde dahinter.
In unserer Liste stehen 1.066 Angebote für Betreutes Wohnen in 625 Orten. Wie gut eines davon ist, sagt der Name nicht. Das prüfen Sie am besten vor Ort, mit den Fragen unten.
Was ein gutes Betreutes Wohnen bieten sollte
Die Verbraucherzentrale nennt drei Grundleistungen, die zum Betreuten Wohnen gehören sollten. Erst dann hat der Name seine Berechtigung.
- Eine Ansprechperson im Haus, die mindestens einmal pro Woche feste Sprechzeiten hat.
- Ein Hausnotruf, der an 365 Tagen rund um die Uhr besetzt ist.
- Ein Gebäudemanagement, also jemand, der sich um Haus, Technik und Reparaturen kümmert.
Alles andere sind Wahlleistungen, die Sie extra bezahlen, etwa Essen, Reinigung oder Pflege. Welche Kosten Sie erwarten, erklärt der Ratgeber zu den Kosten im Betreuten Wohnen.
Was die DIN 77800 und Qualitätssiegel aussagen
Für Betreutes Wohnen gibt es eine Norm, die DIN 77800. Ihre neue Fassung ist im Dezember 2024 erschienen. Sie legt Mindeststandards für Grund- und Wahlleistungen, die Information der Interessenten, die Wohnung und die Dienstleistungen fest.
Die Norm ist freiwillig. Einzelne Anlagen lassen sich danach prüfen und zertifizieren, die meisten nicht. Regeln zum Vertrag enthält die Fassung von 2024 nicht mehr.
In Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gibt es zusätzlich Qualitätssiegel für Betreutes Wohnen. Ein Siegel oder ein Zertifikat ist ein guter Hinweis, ersetzt aber nicht den eigenen Blick in Vertrag und Wohnung.
Checkliste für die Besichtigung im Betreuten Wohnen
- Prüfen Sie, ob die Wohnung barrierefrei ist, mit stufenlosem Zugang, breiten Türen und einer bodengleichen Dusche. Maßstab ist die Norm DIN 18040 Teil 2.
- Sehen Sie sich Größe, Bad und Küche an. Passen Ihre Möbel hinein?
- Prüfen Sie die Lage. Sind Geschäfte, Ärzte, Apotheke und Bus zu Fuß erreichbar?
- Fragen Sie, wer die Ansprechperson ist, welche Ausbildung sie hat und wann sie im Haus ist.
- Lassen Sie sich zeigen, wie der Hausnotruf funktioniert und wer nachts kommt.
- Fragen Sie nach der Preisliste für alle Wahlleistungen und nach dem Pflegedienst, mit dem das Haus zusammenarbeitet.
- Sprechen Sie mit Menschen, die schon dort wohnen.
Was passiert, wenn Sie mehr Pflege brauchen?
Im Betreuten Wohnen pflegt Sie ein ambulanter Pflegedienst in Ihrer Wohnung. Die Ansprechperson kann einen Dienst vermitteln. Sie können aber auch einen eigenen Dienst wählen.
Fragen Sie vor dem Einzug, wie lange Sie mit steigendem Pflegebedarf bleiben können. Manche Anlagen liegen neben einem Pflegeheim desselben Trägers. Wann ein Umzug ins Heim nötig wird, erklärt der Ratgeber Betreutes Wohnen oder Pflegeheim.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich ein gutes Betreutes Wohnen?
Ein gutes Betreutes Wohnen erkennen Sie an einer barrierefreien Wohnung, einer Ansprechperson mit festen Sprechzeiten und einem Hausnotruf rund um die Uhr. Dazu kommen klare Preise für alle Wahlleistungen und eine gute Lage zu Geschäften und Ärzten. Sprechen Sie vor der Entscheidung mit Bewohnern.
Ist Betreutes Wohnen ein geschützter Begriff?
Nein, Betreutes Wohnen ist kein gesetzlich geschützter Begriff, genauso wenig wie Service-Wohnen. Deshalb muss ein Angebot unter diesem Namen keine festen Leistungen bieten. Prüfen Sie im Vertrag, was die Grundpauschale tatsächlich enthält.
Was ist die DIN 77800 beim Betreuten Wohnen?
Die DIN 77800 ist eine freiwillige Norm für Anbieter von Betreutem Wohnen, die neue Fassung stammt von Dezember 2024. Sie legt Mindeststandards für Leistungen, Information, Wohnung und Dienstleistungen fest. Nur einzelne Anlagen sind danach zertifiziert.
Welche Leistungen gehören mindestens zum Betreuten Wohnen?
Zum Betreuten Wohnen gehören mindestens eine Ansprechperson mit Sprechzeiten einmal pro Woche, ein Hausnotruf rund um die Uhr und ein Gebäudemanagement. So sieht es die Verbraucherzentrale. Essen, Reinigung und Pflege sind Wahlleistungen und kosten extra.
